Von ‘Deutsch-Amerika’ 6 Januar 1917 - Vol. III No. 1
'Die Reise nach Ivangorod'
Tagebuch des Kriegsphotographen Alfred K. Dawson

Ein Amerikaner in Russland

links und rechts mitten : Kriegsphotographen Alfred K. Dawson

 

Vor Antritt dieser Reise engagierte ich einen Kino-Operateur, der über sehr gute Empfehlungen verfügte und bei Pathé in Paris gearbeitet hatte. Er stammte von deutschen Eltern, war aber naturalisierter Amerikaner, war in Russland und Rom gewesen und hatte die ganze Welt bereist. Er schien rüstig und willig, scheute keine Strapazen, und ich setzte mich daher mit den Behörden ins Einvernehmen, die mir sagten, ich könne mitnehmen, wen ich wolle. Ich engagierte ihn also für Mk. 250 pro Monat, und da er sich eine ganze Feldausrüstung kaufen musste, bezahlte ich ihm ein Monatsgehalt im Voraus. Dann begab ich mich nach dem Generalstab, um meinen Pass nach Teschen zu besorgen, und fand, dass sie mir einen Pass für eine statl für zwei Personen geschickt hatten. Die Offiziere rieten mir, allein voraus zu reisen und um einen Pass für meinen Begleiter nachzusuchen, worauf mir dieser einen Tag später folgen könne. Da ich genau dasselbe tun musste, als ich zum ersten Mal mit einem Operateur arbeitete, erschien mir dies ganz natürlich, und ich machte mich auf den Weg, nachdem ich ihm eingeschärft hatte, am nächsten Tage seinen Pass heim Generalstab abzuholen und mir zu folgen.

17. Juli. Reiste nach Teschen ab. Teschen ist das österreichische Kriegs-Pressequartier, wohin alle Korrespondenten etc. gehen müssen, ehe sie nach der Front dürfen.

18. Juli. Langte in Teschen an. Meldete mich beim Kommandanten und bat um einen Pass für meinen Assistenten. Die Antwort war, man werde die Angelegenheit mit Berlin telephonisch aufnehmen, und der Pass werde wahrscheinlich heute Abend oder morgen eintreffen.

10.-22. Juli. Dann folgten sechs endlose Tage des Nichtstuns und Wartens in dem toten, kleinen Nest genannt Teschen. Alles war in den Mantel des Amtsgeheimnisses gehüllt, und die einzige Antwort, die ich erhalten konnte, war, dass sich unvörhergesehen Schwierigkeiten herausgestellt hätten, und man mit einer Untersuchung beschäftigt sei. Konnte ich nach Berlin zurückkehren und selbst feststellen, was los war? Nein, mein Lieber, Sie bleiben hier! Konnte ich telegraphieren, telephonieren oder schreiben? Nix, wir besorgen das alles selbst.

23. Juli. Am Abend dieses Tages wurde ich gerufen und mir eröffnet, dass mein Mann sich als „eine unwünschenswerte Person" erwiesen habe, und dass ich ihn wahrscheinlich nicht finden würde, wenn ich zurückkehrte, was Tatsache war; das Gleiche bezog sieh auf meine Mk. 250. — Es bleibt Jedem überlassen, sich sein Urteil zu bilden; wir leben im Kriege. Ferner wun gesagt: „Sie reisen heute Abend mit dem … nach der nördlichen Front nach irgend einem Orte zwischen Warschau und Ivangorod ab."

Ich wollte gern wissen, was ich betreffs eines Operateurs tun sollte. Die Antwort war: „Das ist nicht unsere Sorge." Das wurde mir zwar wicht mit denselben Worten gesagt, aber es war der Inhalt der Antwort. „Hier ist Ihr Pass, und da der Zug in 40 Minuten abfährt, so beeilen Sie sich am besten etwas." Ich habe meine Ausrüstung stets fertig gepackt, und da der Zug ein paar Minuten Verspätung hatte, erreichte ich ihn noch, aber ich sass die halbe Nacht wach und versuchte, mir die Situation klar zu machen. Ich war noch nie so behandelt worden, augenscheinlich war mein sogenannter Assistent etwas, was er nicht sein sollte, und man hatte mich im Verdacht, sein Mitschuldiger zu sein. Als ich drei Wochen später nach Teschen zurückkehrte, war Jedermann wieder liebenswürdig gegen mich, und die ganze Angelegenheit wurde nicht weiter erwähnt, aber ich würde etwas darum geben, zu wissen, was eigentlich seine Absichten gewesen, und was aus Ihm geworden ist.

Gegen Mitternacht langte ich in einer kleinen Station Namens Trzebinia nahe der russischen Grenze an. Hier musste ich bis 9 Uhr am nächsten Morgen auf den nächsten Militärzug warten, da in Russland nur Militärzüge verkehren. Es gab nur ein Hotel, ein schmutziges kleines Ding, und nachdem ich einen Blick auf das Bett geworfen hatte, das mir von dem barfüssigen Bauernmädchen, das mir mit einer Kerze den Weg die schmale Treppe hinauf geleuchtet hatte, zugewiesen wurde, war ich halb entschlossen, meine Decke zu nehmen und im Freien zu kampieren. Ehe die Nacht halb herum war, wünschte ich, ich hätte meinen Vorsatz aufgeführt. Wanzen stören mich nicht, sondern ich dann mit einer unbekannte Zahl der vollkommener Harmonie leben, und auch die gewöhnliehe Laus kann mich nur aus dem Konzept bringen, wenn sie in Gegenwart Fremder auf meinem weissen Celluloid-Feldkragen spazieren geht und mir dadurch zwar keine körperlichen Sehmerzen, aber Verlegenheit bereitet.

Dagegen die Flöhe, diese weit springenden, keck zubeissenden Kosacken-flohe! Russich-Polen ist voll von ihnen. Etwas grösser als der gewöhnliche Floh und von dunkelbrauner Farbe wie polierte Xuss-baummöbel. Während sie manche Leute gar nicht beissen, übe ich eine Anziehungskraft aus, wie Sahne auf eine Katze. Vom heutigen Tage an bis zu meiner Rückkehr nach Wien habe ich allnächtlich etwa eine halbe Stunde aufgewendet, um fünf bis zehn Minuten währende genaue Untersuchungen meines Bettzeugs mit Hilfe meiner elektrischen Taschenlaterne anzustellen und die rücksichtslosen Quälgeister zu fangen und zu töten, worauf ich sie sorgfältig auf den Fussbodeu schüttelte, um nicht später meine Zeit mit dem Versuch, dasselbe Tierchen zwei Mal zu töten, zu vergeuden. Wenn ich ein Dutzend oder so vernichtet hatte, war die Plage etwa eine Stunde lang erträglich, so dass ich schlafen konnte, um daraufhin den Kampf von Neuem aufzunehmen. So ging es Wochen lang Nacht für Nacht. Woher sie kommen, weiss Niemand. In grossen und kleinen Städten sowohl wie auf dem Laude machen sie sich bemerkbar, sobald man sieh fünf Minuten hinsetzt. Natürlich gibt es eine ganze Menge Ungeziefer ausser den Flöhen, aber aus irgend einem Grunde stört es mich, wie gesagt, nicht.

24. Juli. Nachdem ich eine aufregende und nicht sehr geruhsame Nacht verbracht hatte, bezahlte ich den Kriegspreis von vier Kronen für mein Bett und ging nach dein Bahnhofsrestaurant, um weinen Kaffee einzunehmen. Ich; spreche von Kriegspreisen, weil nicht nur in Oesterreich, sondern auch in dem ganzen Gebiete, um das gekämpft wird, — Russisch-Polen, Galizien etc. — alles sehr teuer ist. Erstens weil die Zufuhr durch die Inanspruchnahme der Bahnen für militärische Zwecke abgeschnitten ist, und zweitens weil der Verkehr von Soldaten und Offizieren so lebhaft ist, dass die höheren Freise ohne Widerrede bezahlt werden.

 

rechts : Feldmarschall von Mackensen in Przemysl

 

Von diesem Punkte an sind alle Züge nach Russland Militärzüge (oder waren es wenigstens zu jener Zeit); es werden keine Billets verkauft, und die Fahrt kostet nichts, wenn man einen Militärpass hat; ohne einen solchen kann man die Heise auf Schusters Kappen zurücklegen. „Reguläre"-Züge gibt es nicht; die Züge gehen, wenn sie etwas zu befördern haben, und fahren ab, wenn sie fertig sind. Es wurden aber grosse Mengen militärischen Materials von diese Orte aus verschickt, und man berichtigte, einen Zug um etwa 9 Uhr abgehen zu lassen. In Wirklichkeit fuhr er nicht vor 10 Uhr ab. Ein Militärzug ist eine Lokomotive mit allen möglichen Waggons, die alles, was von dem Heer gebraucht wird, enthalten: Pferde, Soldaten, Nahrungsmittel, Oel, Material, Munition, Verwundete und was noch alles, und der gewöhnliche Zug ist ein mixtum compositum von Wagen mit einem Bischen von allen diesen Bestandteilen. Verwundete sieht man nur, wenn sie von der Front kommen. Wenn der Zug nach der Front geht, weiss Niemand wohin er eigentlich fährt; das ist Militärgeheimnis, wenigstens verriet es mir nie Jemand, obgleich ich annehme. dass der Kondukteur weiss, was er tut. Ich frug, geht der Zug in der Richtung eines bestimmten Punktes. Ja; darauf stieg ich ein. Er mag nur ein paar Meilen in der Richtung gehen, was häufig vorkommt, in welchem Falle ich dann auf den nächsten Zug warten muss, oder er mag direkt dorthin gehen, was aber nur selten der Fall war.

Manchmal befinden sich ein paar alte Wagen dritter Klasse in dem Zuge für Offiziere und Soldaten, manchmal auch nicht. Ein Eisenbahn wagen dritter Klasse ist ein hölzerner Waggon einfachster Art mit hölzernen Querbänken, wie wir sie während des Sommers in unseren Strassenbahnen haben, aber etwas schmaler, wodurch das Hinlegen eine etwas schwierige Aufgabe wird, und mit hohen, geraden Lehnen, die das lange Sitzen zu keiner Annehmlichkeit machen. Wenn keine Wagen dritter Klasse vorhanden sind, suche ich mir immer einen Pferdewagen aus, denn wo es Pferde gibt, gibt es auch Heu, das das Sitzen und Liegen erleichtert. Ein paar Zigarren oder eine Büchse Sardinen für die Soldaten, die die Pferde begleiten, eröffnet einem den Weg. Falls Offiziere dabei sind, so zeige ich meinen Pass, stelle mich vor. und frage um Erlaubnis, die regelmässig gewährt wird. Dann konsultiere ich meine Taschenkarte: wenn Zweiglinien vorhanden sind, die in anderen Richtungen führen, als in der derjenigen, die ich einschlagen will, so muss ich scharf aufpassen, damit ich nicht von meinem Wege abgelenkt werde.

Das ist besonders Nachts unangenehm, wenn man einschläft. Gewöhlich gebe ich dem Bremser ein paar Kronen, damit er mich über etwaige Aenderungen der Fahrtrichtung verständigt und auf mein Gepäck acht gibt. Das Gepäck ist ein schwieriges Problem bei diesem Spiel. Ich habe meins auf ein Minimum reduziert, aber selbst dann ist es keine kleine Aufgabe. Im Ganzen fünf Stücke, die Haudkamera, die ich stets, über die Schulter geschlungen, bei mir trage, nicht mit eingerechnet; Gesamtgewicht etwa 200 Pfund. Es besteht erstens aus der Kinokamera im Futteral; zweitens dem Stativ mit Tuch; drittens einem Etui, das vier geladene Reservefilmpackete, zum Gebrauch für die Wandelbilder-Kamera fertig, enthält; viertens einer Reisetasche mit Toilettengegenständen, Kodakfilms, Blitzlicht, Wäsche, einem zu-sammelegbaren Waschbecken, elektrischer Lampe, Kiste Cigarren (billige zum Verschenken), Flasche Cognac für denselben Zweck, Trinkbecher, Messer, Gabel und Löffel, Pulver zum Entwickeln von Bildern, Pinsel und Schraubenzieher für Kamera. Ein tüchtiges Stück harte Wurst, Salami, wie sie die Ungarn nennen; ein paar Büchsen Sardinen, ein grosses Stück harter, gelber Käse und ein paar Pfund Schokolade, Kerzen und eine grosse Büchse Insektenpulver, ein Bündel amerikanische und deutsche illustrierte Zeitschriften und Zeitungen. (Die Soldaten sind wie Kinder und sehen sich gern die Bilder an, und viele der Offiziere können englisch lesen), rote Lampe zum Wechseln der Films und viele andere Gegenstände, an die ich mich im Augenblick nicht erinnern kann. Aussen an die Tasche geschnallt ist eine grosse warme Reisedecke aus Kamelhaar. Mein fünftes und grösstes Gepäckstück ist ein drei Fuss hoher und etwa 18 Zoll im Durehmesser messender Sack ans schwerem braunem Segeltuch; die Matrosen nennen dies Kleidersackc. Er wird am oberen Ende mit einem an einer Querstange befestigten Schloss zugehalten. An den Seiten befinden sich Handgriffe.

Dieser Sack nimmt erstens meinen Vorrat an Films in den Pappschachteln auf, ausserdem Extrawäsche, Sweater und Ueberzieher, ein Dutzend Büchsen Sardinen und eine zweite Reisedecke. Er ist immer voll. Ich brauche immer zwei Träger für ihn, denn ein Mann kann ihn nicht handhaben, und es gibt keinen Gepäckwagen, in dem man seine Sachen unterbringen kann. Sie bleiben sie für immer verschwunden.

Jeden einzelnen dieser Gegenstände habe ich aus Erfahrung als unentbehrlich kennen gelernt. In einer entlegenen Feldküche kann man einen Teller Stew auf einem Zinnteller erhalten, aber kein Handwerkszeug dazu, und nachdem ich ein paar Mal versucht hatte, Gulasch mit einem Federmesser zu essen, legte ich mir mein eigenes Besteck zu. Man kann häufig Kaffee bekommen, muss aber seinen eigenen Trinkbecher liefern. Häufig genug aber kommt es vor, dass man am weitesten von einem Platze, wo es etwas zu essen gibt, entfernt ist, wenn man am hungrigsten ist. Die Züge gehen nicht sehr schnell, etwa 10 Meilen per Stunde, und haben die Gewohnheit, stundenlang an entlegenen Stellen irgendwo im Walde liegen zu bleiben, um einen anderen Zug vorbei zu lassen, da gewöhnlich nur ein Geleise vorhanden ist. Deshalb führe ich immer einen kleinen Vorrat von Esswaren mit. Die österreichischen Soldaten sind auf der Reise reichlich mit Brot und Büchsenfleisch versehen, das sie sieh nachgerade übergegessen haben, so dass ich immer Brot im Austausch gegen Sardinen und Käse von meinem Nachbar erhalten kann.

Dieses Soldatenbrot ist keineswegs Götterspeise; es ist hart und schwarz und schwer und enthält einen grossen Zusatz von Kartoffelmehl, aber es füllt den Magen, und ich bin nicht wählerisch. Ein wichtiger Bestandteil meiner Ausrüstung ist auch mein Taschenmesser, ein wundervoll kombinierter Werkzeugkasten, der u. A. einen Büchsenöffener und einen Pfropfenzieher enthält, die sich beide als äusserst nützlich erwiesen haben. Dies ist mein drittes derartiges Messer, und ich muss mir auf jeder Reise ein neues zulegen, weil gewöhnlich ein Offizier sich in dasselbe verliebt, und ich es ihm zum Präsent machen muss. Auch die an meine Reisetasche angeschnallte Reisedecke hat sich als sehr wertvoll gezeigt.

An Regentagen wird es meist ziemlich kühl, und die Nächte in Polen kalt, so dass Decke Tags aber die Kussen benutze, um die harten Bretter etwas erträglicher zu machen, und Nachts wickle ich mich wie ein Indianer hinein und lege mich auf dem Sitz schlafen mit meinem Hut als Kissen, — wenn ich einen ganzen Sitz zur Verfügung habe; wenn dies, wie es meistens geschieht, nicht der Fall ist, versuche ich es, eine Ecke zu erwischen, wo ich mich wenigstens gegen die Wand lehnen kann. Wenn der Zug besetzt ist, benutzt Jeder seine Mitreisenden als Kissen, und der Anblick erinnert stark an eine Gruppe junger Ferkel, die übereinander geschichtet schlafen. Natürlich besteht unter solchen Verhältnissen ein lebhafter Insekten-Austausch.

Die illustrierten Zeitungen, die ich mit mir führe, sind Colliers, Leslies, Saturday Post, Travel, Scientific American and Popular Mechanics, die ich regelmässig aus Amerika bekomme, ausserdem drei oder vier illustrierte deutsche Wochenschriften. Ich habe oft einen ganzen Wagen voll Soldaten stundenlang amüsiert, indem ich nur meine Zeitungen hervorholte und sie die Bilder betrachten liess. Sie sind immer sehr dankbar dafür. Sie vereinigten sich in Gruppen von drei oder vier um eine Zeitung, sehen einander über die Schulter und versuchen, sich klar zu machen, was die Bilder darstellen, worauf sie sie gegenseitig austauschen. Jeder achtet darauf, dass die Blätter nicht zerrissen werden, und keiner versucht, die Anderen zu verdrängen. Wenn eine Zeitung die Runde gemacht hat, wird sie mit einem freundlichen „Danke schön" zurückgegeben.

Ein Stationsverstand brachte einmal einen Spezialzug für mich zum Stehen, wofür ich ihm meinen gesamten Vorrat an Lektüre überliess, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Gewöhnlich behalte ich die Zeitungen, bis ich nach der Front komme, dort verteile ich sie, wo sie am meisten Freude machen.

Nachdem ich den ganzen Tag in diesem Militärzüge gefahren war, kam ich etwa um 8 Uhr Abends in Kielce an. Die Gegend, die wir während der Fahrt passierten, ist typisch für ganz Polen. Flach ansteigende Hügel mit vielen kleinen Nadelwäldern, die dazwischen liegenden Landstrecken sind in viele kleine Bauernhöfe eingeteilt. Die Ernte an Weizen, Hafer und Gerste ist fertig zum Einbringen oder wird gerade von den Frauen, Kindern und alten Männern eingesammelt. Erntemaschinen kennt man nicht; sie arbeiten mit Sichel und Harke, und die Kinder folgen ihnen, um die Garben zusammen zu binden. Ein „Feld" ist nicht ein Viereck oder annähernd viereckiges Stück Land, das von einem Zaun eingeschlossen ist, sondern ein langer, schmaler Streifen, etwa 20—30 Fuss breit, der am Wege anfängt und sich eine halbe Meile oder mehr erstreckt. Die einzelnen Grundstücke sind klein, gewöhnlich nur ein paar Hektar. Dieses System wird durchgeführt, um es jedem Bauern zu ermöglichen, direkten Zugang zu seinen Feldern vom Wege aus zu haben, ohne die Felder seines Nachbarn betreten zu müssen. Der Boden Ist sandig und schien mir nicht sehr fruchtbar. Es gibt keine Zäune. Die Häuser sehliessen sich an Wegkreuzungen oder nahe einem Fluss zu kleinen Dörfern von 10 bis 12 Ansiedlungen zusammen. Die Täler sind bebaut, und die Hügel sind gewöhnlich mit Tannen bestanden. Die meisten Dörfer sind von den Russen auf ihrem Rückzüge in Brand gesteckt worden; aus irgend einem Grunde erinnern sie mich immer an ein Skelett. Die unglücklichen Bewohner, die ihres Heims beraubt worden sind, leben zusammen in den wenigen übrig gebliebenen Häusern.

(Fortsetzung folgt in der nächsten Nummer.)

 

rechts unten : Kriegsphotographen Alfred K. Dawson

 

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